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Reiseprogramm Oberitalien

Datum: nach Anfrage

 

1.Tag 

Anreise nach Innsbruck. Je nach Ankunftszeit in Innsbruck könnte ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt. Goethe hielt sich auf seiner "Flucht" nur drei Stunden hier auf, obwohl er sich gern mehr Zeit genommen hätte, schließlich gefiel ihm die herrliche Lage der Stadt.

2. Tag ..im Flug über das Tiroler Gebirg..

Über die alte Passstraße geht es von Innsbruck hinauf ins Gebirge. Unser Ziel ist dabei der Brenner und danach als erste Station Sterzing.Die Postillons fuhren, dass einem Hören und Sehen verging, und so leid es mir tat, diese herrlichen Gegenden mit der entsetzlichsten Schnelle zu durchreisen, so freuete es mich doch innerlich, dass ein günstiger Wind hinter mir herblies und mich meinen Wünschen zujagte. Wir werden, in Sterzing angekommen, nicht gleich weiterfahren, sondern uns die Pfarrkirche in der Südstadt mit den spätgotischen Heiligenfiguren des Hans Multscher ansehen. Danach bleibt sicher Zeit für ein zweites Frühstück oder ein frühes Mittagessen in der Altstadt mit ihren schönen Laubengangen, dem Rathaus und den Stadttürmen.Weiter geht es wiederum über die Autobahn entlang des Etschtals von Sterzing über Klausen und Bozen bis nach Trient.Von Bozen auf Trient geht es neun Meilen weg in einem fruchtbaren und fruchtbareren Tale hin. Alles was auf den höheren Gebirgen zu vegetieren versucht, hat hier schon mehr Kraft und Leben, die Sonne scheint heiß, und man glaubt wieder einmal an einen Gott. Die Etsch fließt nun sanfter und macht an vielen Orten breite Kiese.Trient, die Stadt des Konzils, gefiel Goethe ausnehmend gut: Ich bin in der Stadt herum gegangen, die uralt ist und in einigen Straßen neue wohlgebaute Häuser hat. 

Wie Goethe machen wir einen Umweg über den Gardasee: Heute Abend hätte ich können in Verona sein, aber es lag mir noch eine herrliche Naturwirkung an der Seite, der Gardasee, den wollte ich nicht versäumen, und bin herrlich für meinen Umweg belohnt. Nach fünfen fuhr ich von Rovereto fort, ein Seitental hinauf.
Wenn man hinauf kommt, liegt ein ungeheurer Felsriegel hinten vor, über den man nach dem See hinunter muss. Wenn man hinab kommt, liegt ein Örtchen am nördlichen Ende des Sees, und ist ein kleiner Hafen daselbst, es heißt Torbole.

3.Tag ..die Lust, Dir das Schloss zu zeichnen, hätte mir übel bekommen können!

Wir fahren von Torbole entlang es östlichen Ufers des Garda bis nach Malcesine. Hier wurde Goethe als Spion vom misstrauischem Podestà verhaftet, als er die malerische Grenzfestung zeichnete. Von Malcesine aus geht es noch ein Stück entlang des Garda nach Süden und biegen bei Lazise in die Vorgebirge zwischen dem See und dem Etschtal ab, östlich der Etsch liegen die Hügel des Valpolicella. Nun aber kann die Herrlichkeit der neuen Gegend, die man beim Herabsteigen übersieht, durch Worte nicht dargestellt werden. Es ist ein Garten, meilenlang und -breit, der am Fuß hoher Gebirge und schroffer Felsen in der größten Reinlichkeit daliegt.Anders als JWG, der fast allein die Arena sah, schauen wir uns in Verona auch die herrliche romanische Kirche San Zeno mit ihrem berühmten Bronzeportal und den Hochaltar Andrea Mantegnas an. Weitere Stationen sind Castelvecchio, die alte Skaligerburg aus dem 13. Jh., der Arco dei Gavi und das antike Stadttor Porta dci Borsari. Nach dem Besuch im Hause der Capuletti mit dem Balkon der Julia bleibt noch Zeit für einen Bummel in den romantischen Gassen Veronas. In einem Lande, wo man des Tages genießt, besonders aber des Abends sich erfreut, ist es höchst bedeutend, wenn die Nacht einbricht. Dann hört die Arbeit auf, dann kehrt der Spaziergänger zurück, der Vater will seine Tochter wieder zu Hause sehen, der Tag hat ein Ende; doch was Tag sei, wissen wir Kimmerier kaum. In ewigem Nebel und Trübe ist es uns einerlei, ob es Tag oder Nacht ist, denn wie viel Zeit können wir uns unter freiem Himmel wahrhaft ergehen und ergötzen?

4. Tag 

Der Gegenwind, der mich gestern in den Hafen von Malcesine trieb, bereitete mir ein gefährliches Abenteuer, das ich mit gutem Humor überstand, und in der Erinnerung lustig finde.
Heute Morgen steht eine Fahrt mit dem Schiff auf dem Gardasee auf dem Programm.
Fluctibus et fremitu resonans Benace marino Der erste lateinische Vers, dessen Inhalt lebendig vor mir steht, und der in dem Augenblicke, da der Wind immer stärker wächst und der See höhere Wellen gegen die Anfahrt wirft, noch heute so wahr ist als vor vielen Jahrhunderten. So manches hat sich verändert, noch aber stürmt der Wind in dem See, dessen Anblick eine Zeile Vergils noch immer veredelt.
Nach der Fahrt über den See soll der Nachmittag in Sirmione zur freien Verfügung bleiben. Hingewiesen sei auf das pittoreske Kastell der Skaliger aus dem 13. Jh., auf Kirchen aus karolingischer Zeit und auf die Ruinen römischer Villen am Nordende der Halbinsel von Sirmione.

5. Tag Vicenza - Kennst Du das Land..?

Von Verona geht es in das Hügelland der Berici bis kurz vor Lonigo, wo die Villa Rocca Pisana von einer Bergspitze herübergrüßt. Dies ist die Gegend, die JWG in einem seiner berühmtesten Gedichte verewigt hat.

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrthe still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

Von der Piazza am Santuario della Madonna di Monte Berico lässt sich ein Überblick über Vicenza gewinnen. Ein Spaziergang führt uns zu der Villa Valmarana ai Nani und der Villa Valmarana-Capra (La Rotonda).Wenn man nun diese Werke gegenwärtig sieht, so erkennt man erst den großen Wert derselben, denn sie sollen ja durch ihre wirkliche Größe und Körperlichkeit das Auge füllen, und durch die schöne Harmonie ihrer Dimensionen nicht nur in abstrakten Aufrissen, sondern mit dem ganzen perspektivischen Vordringen und Zurückweichen den Geist befriedigen.Die Villa ai Nani wurde von G.B. Tiepolo ausgemalt. Goethe betrachtete mit besonderem Interesse die Fresken mit der Geschichte Iphigeniens. Es folgt ein Rundgang in Vicenza mit der Basilica, dem Stadtpalast der den Ruhm Palladios begründete, dem Palazzo Chiericati, dessen Fassade fast vollständig in Säulen aufgelöst ist und dem Teatro Olimpico. Diese Theateranlage nach dem Vorbild der Antike, ein Spätwerk Palladios, ist in Wahrheit ein Denkmal für einen Kreis gelehrter Patrizier und Landadeliger, die sich in einer Humanistenakademie zusammengeschlossen hatten. Übernachtung am Lido di Venezia.

6. Tag Venedig " - wie es im Buch des Schicksals geschrieben stand"

Vor der Schönheit und Kunstfülle der Lagunenstadt verstummt der Betrachter: Dem Raum vor dem Markusplatze kann wohl nichts an die Seite gesetzt werden. Ich meine den großen Wasserspiegel, der diesseits von dem eigentlichen Venedig im halben Mond umfasst wird. über der Wasserfläche sieht man links die Insel San Giorgio Maggiore, etwas weiter rechts die Giudecca und ihren Kanal , noch weiter rechts die Dogane und die Einfahrt in den Canal Grande, wo uns gleich ein paar ungeheure Marmortempel entgegen leuchten. Dies sind in wenigen Zügen die Hauptgegenstände, die uns ins Auge fallen, wenn wir zwischen den Säulen des Markusplatzes hervortreten
Venedig bedeutet einen Wende- und Höhepunkt im Leben Goethes. Noch von Rom aus spricht er von jenem großen Dasein, dem Schoß des Meeres wie Pallas aus dem Haupt Jupiters entsprossen.
Doch wir folgen auch den Spuren anderer Künstler, die in der Lagunenstadt Anregung suchten: Petrarca, August von Platen, Seume, Rilke, Thomas Mann, Richard Wagner, der hier starb, u.a. Übernachtung am Lido di Venezia.

7.Tag Die Stadt des Antonius von Padua

Den Morgen verbringen wir noch in Venedig. Am Nachmittag geht es nach Padua. Anders als Goethe besuchen wir auch die herrlichen Fresken Giottos in der Arenakapelle. Dieser kleine Raum birgt einen der größten Schätze ganz Oberitaliens, den Freskenzyklus Giottos zum Leben Mariens und Jesu aus den Jahren um 1305. Mit diesen 39 Szenen von der Verkündigung der Geburt Mariens bis zum Jüngsten Gericht beginnt für viele Forscher die italienische Kunst.
Auf Goethes Spuren wandeln wir wieder im Botanischen Garten; hier fiel seine Aufmerksamkeit auf eine Zwergpalme (chamaerops humilis), die heute noch als "Palma di Goethe" zu bewundern ist. Hier machte sich Goethe Gedanken über den Polymorphismus und die Metamorphosen der Pflanzen. 
Natürlich besichtigen wir auch die Basilica des hl.Antonius, über den uns Wilhelm Busch eine so köstliche Bilderserie geschenkt hat.

8.Tag Ferrara, die Stadt des Torquato Tasso 

Ferrara gehörte damals noch zum Kirchenstaat. Goethe schreibt: Zum ersten Mal überfällt mich eine Art von Unlust in dieser großen und schönen, flach gelegenen entvölkerten Stadt. Dieselben Straßen belebte sonst ein glänzender Hof; hier wohnte Ariost unzufrieden, Tasso unglücklich, und wir glauben uns zu erbauen, wenn wir diese Stätten besuchen. Ariosts Grabmal enthält viel Marmor, schlecht ausgeteilt. Statt Tassos Gefängnis zeigen sie einen Holzstall oder Kohlengewölb, wo er gewiss nicht aufbewahrt worden ist.
Goethe hatte die ersten beiden Akte des Tasso bei sich. Auch wir wandeln auf den Spuren der d´Este, Ariosts und Tassos durch diese malerische Stadt.

9.Tag Bologna la dotta 

Die älteste Universitätsstadt der Welt ist heute das moderne Großstadt der Emilia Romagna. Die Stadt besitzt bedeutende Kirchenbauten, unter denen San Petronio, die Krönungskirche Kaiser Karls V. , und San Stefano, eine mittelalterliche Kopie des Heiligen Grabes von Jerusalem, herausragen. Unter den Profanbauten der Stadt ragen, neben vielen herrlichen Renaissancepalästen, im wahrsten Sinne des Wortes, zwei mittelalterliche Geschlechtertürme hervor, einer davon stark geneigt. Allerdings nehmen wir uns mehr Muße als Goethe: ...ein flinker und wohlunterrichteter Lohnbedienter, sobald er vernahm, dass ich nicht lange zu weilen gedächte, jagte mich durch alle Straßen, durch soviel Paläste und Kirchen, dass ich kaum in meinem Volkmann anzeichnen konnte, wo ich gewesen war..

10.Tag Rückfahrt

.. denn zuletzt hatte ich doch des Wirtshauslebens satt.

 

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