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Reiseprogramm Elsaß

Datum: nach Anfrage

 

1.Tag

Abfahrt am frühen Morgen
Ankunft in Sesenheim gegen 14 Uhr. Besichtigung des Pfarrhauses, in dem Friederike Brion lebte. Die Beschreibung der zwei liebenswürdigen Töchter des Landpfarrers Johann Jakob Brion gehört zu den zartesten Teilen von Dichtung und Wahrheit. Frederike, die jüngere, erschien Goethe als ob fürwahr an diesem ländlichen Himmel ein allerliebster Stern aufginge. 
Sesenheim war der Schauplatz der Sesenheimer Idylle. Weiterfahrt und Übernachtung in Sélestat. 

2.Tag

IIn Straßburg verbrachte Goethe seine dreisemestrige Studienzeit. Diese Zeit bedeutete für den jungen Mann der Durchbruch zum Sturm und Drang und zur Erlebnisdichtung. Das bedeutendste Architektur-Erlebnis war für ihn das Münster der Stadt, dessen Gotik von den meisten Zeitgenossen noch als barbarisch empfunden wurde. Von der Plattform des Turmes aus versuchte er seine Höhenangst zu bekämpfen. 
Eine hervorragende Einführung in das Land gibt das Musée Alsacien, das Zeugnisse des ländlichen Lebens und die volkstümliche Kunst präsentiert. Daneben sehen wir Kostüme, Möbel, katholische, protestantische, jüdische Kunst. 
Anschließend fahren wir zu einem Weinseminar, wo uns die edlen Riesling, Sauvignon, Gutedel und die anderen Spezialitäten der Region präsentiert werden.

3.Tag

Sélestat (Schlestadt) ist ein städtbauliches Kleinod, das von Goethe von Straßburg aus mit seinen Freunden besuchte. Der Rundgang führt den Besucher zu den Bürgerhäusern aus dem 15.-18 Jahrhundert. Von der ehemaligen Stadtmauer sind der Uhrenturm, der Hexenturm - beide aus dem 13. Jahrhundert - und das Straßburger Tor erhalten. 
Das eigentliche Ziel zahlreicher Gelehrten aus aller Welt ist jedoch die Humanistische Bibliothek . Die Bibliothek umfasst die Bücher der humanistischen Schule des alten Schlettstadt aus dem 15. Jahrhundert und die Bücher der Libreria Rhenana. Sélestat war im 15. Jahrhundert ein Zentrum des Humanismus. Die Lateinschule der Stadt zählte in ihrer Blütezeit bis zu 900 Schüler. Wir können die Entwicklung des Buches vom 7. bis ins 16. Jahrhundert verfolgen. Die Sammlung umfasst merowingische und karolingische Handschriften, Inkunabeldrucke, römische und griechische Klassiker und auch das "Lob Schlettstadts" von Erasmus von Rotterdam. Nicht weit von Sélestat liegt das barocke Kloster Ebersmünster mit seinen Zwiebeltürmen, dessen besonderes Schmuckstück eine Silbermannorgel ist.
Am Nachmittag brechen wir auf zu einer kleinen Rundfahrt. Zunächst geht es zum Odilienberg, dem Wallfahrtsort der hl.Odilie, Schutzpatronin des Elsaß. Im Juli 1771 nahm Goethe an einer großen Wallfahrt zum Odilienberg teil und beschreibt die Gebäude und die weite Aussicht. Den Namen der Heiligen übertrug er später auf die Ottilie der Wahlverwandschaften.
Danach schauen wir uns die Feste Haut-Koenigsburg an, die größte Burganlage der Vogesen. 

4. Tag 

Colmar ist wegen seiner sehenswerten Altstadt mit den alten Bürgerhäusern und den romantischen Gassen über die Grenzen hinaus bekannt geworden. Wir besuchen das Gerberviertel und den Fischerstaden sowie "Klein Venedig". Das eigentliche Ziel der Kunstinteressierten ist das ehemalige Dominikanerinnenkloster, in dem das Museum Unterlinden untergebracht ist. Hier sehen wir den Isenheimer Altar des Malers Mathias Grünewald und die Madonna im Rosenhag von Martin Schongauer.
Colmar ist auch der Geburtsort von Bartholdi, dem Schöpfer der amerikanischen Freiheitsstatue. Mehrere seiner Werke, wie der Schwendi-Brunnen und das Denkmal des Elsässer Winzers schmücken die Stadt.
Am Nachmittag geht es wieder zurück.

Die Reise wurde durchgeführt von der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt.

 

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