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1.Tag Anfahrt und Kurzwanderung
Anfahrt mit dem Bus. Treffen mit den Reiseleitern in Cheb/Eger. Der Bus bringt uns nach Liba/Liebenstein. Von dort führt eine kurze Wanderung durch Wiesen und an Teichen entlang ins idyllische Ostroh/ Seeberg in eine gepflegte Hotelpension, gleich neben der grandiosen Burg. Der Ort liegt reizvoll zwischen Felsen und Flüsschen. Übernachtung in Ostroh/ Seeberg
2. Tag Die "Schauer der Geschichte": Eger und Wallenstein
Eger ist eine der schönsten böhmischen Städte, architektonisch nur vergleichbar mit den italienischen Stadtrepubliken. Schon vor Goethe suchte hier Friedrich Schiller nach den Spuren Wallensteins. Neben den Resten des Schlosses, in dem der Feldherr ermordet wurde, besuchen wir die historische Altstadt. Goethe übernachtete mehrere Male in der Stadt, so dass er hier bei seinen Besuchen einen wachsenden Bekanntenkreis vorfand. Von Eger aus machte er lange Ausflüge in die Umgebung, etwa nach Hroznatov/Kinsberg mit seinem Loreto-Kloster oder ins bezaubernde Salajna /Konradsgrün mit seinen Egerländer Bauernhöfen. Übernachtung in Ostroh/Seeberg
3.Tag Goethes "vulkanische" Phase: Franzensbader Naturdenkmale
Eine Wanderung durch Wiesen und Wälder (ca. 10 km) führt ins stille Franzensbad, wo man noch eine Ahnung von der beschaulichen Atmosphäre der Goethe-Zeit bekommt. Ihm gefiel das etwas intimere und weniger turbulente Leben in der Stadt. Außerdem schätzte er das Heilwasser, das er sich ab 1806 regelmäßig nach Weimar bringen ließ.
Nachmittags nach Soos, in das reizvolle Mineralien - Moor mit seinen "Schlammvulkanen". Wir berühren dabei auch einige der von Goethe oft besuchten böhmischen Naturdenkmale: den Vulkan Kammerbühl mit seinem Forschungsstollen und den großen Amerika - Teich. Übernachtung in Ostroh/ Seeberg.
4.Tag Der Kanzler und sein Henker: Schloß Kynzwart
Weiterfahrt nach Marienbad. Halt im Metternich - Schloss Kynzwart. In der Schlossbibliothek spürt man die Geschichte, im Naturalienkabinett hat der feinsinnige Henker Carl Huß den Surrealismus erfunden und im wunderbaren Landschaftspark wird die Szenerie der "Wahlverwandtschaften" lebendig.
Am Nachmittag eine Begegnung der besonderen Art in der einsamen Kirche von Pistov mit ihren Bauern-Fresken von Elias Dollhopf. Abends Ankunft in Marienbad. Übernachtung in Marienbad.
5.Tag "... zu sagen was ich leide": Elegisches in und um Marienbad
Marienbad ist durch Goethes "Elegie" zum poetischen Ort schlechthin geworden. Aber auch Franz Kafka, Mark Twain und viele andere Autoren hatten ihre besonderen Erlebnisse in dieser Stadt. Vormittags erschlendern wir uns die Goethe-Stätten und huldigen dem Meister auf unsere eigene Art.
Nachmittags eine bezaubernde Wanderung (ca. 6 km) in einer der stillsten Ecken des Böhmens: zwischen der romantischen Burgruine Gutstejn und der malerischen Waldeinsamkeit Schipin. Von hier stammt die Familie von Johannes Urzidil. Das jüngste Mitglied des Arco-Kreises um Max Brod hat nicht nur das wichtigste Werk zu "Goethe in Böhmen" verfasst, sondern ist selbst ein vergessener "böhmischer Klassiker": sein musikalischer Erzählstil macht ihn zum modernen Enkel von Adalbert Stifter. Übernachtung in Marienbad.
6.Tag Prämonstratenser und Porzellan: Kloster Tepl
Weiterfahrt nach Loket/Elbogen, das Goethe als "Landschaftskunstwerk" begeistert pries. Vorher Halt in Kloster Tepl, wo Goethe seine Meinung über den Katholizimsus revidieren mußte. Danach steht uns noch eine aufregende Entdeckung bevor: ein vergessenes Schloß jenseits von Zeit und Erinnerung.
In Loket wohnen wir im wiedereröffneten Hotel "Weißes Roß", auf dessen Terrasse der alte Goethe bangend und vergeblich auf die Antwort der jungen Ulrike wartete.
Abends: Voraussichtliche Begegnung mit Herrn Milan Augustin, dem jungen Direktor des Stadtarchivs von Karlsbad. Übernachtung in
Loket.
7.Tag Des Sprudels Gewalt: Karlsbad
Das reizende Loket mit seiner grandiosen Burg ist noch wenig vom Tourismus entdeckt. Einst kamen die Karlsbader Kurgäste in Scharen. Wir wandern den umgekehrten Weg an der Eger entlang (ca. 10 km). Nach den stillen Loket ist das "Weltbad" Karlsbad eine faszinierende Erfahrung. Woran auch unser Stadtführer, der Vizedirektor des Karlsbader Museums mit seinen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart schuld ist. Wenn noch Zeit bleibt, endet der Tag in Karlsbad mit einer besinnlichen Abendfahrt zur Burgruine Engelshaus, zu deren Füßen sich Böhmen ausbreitet. Übernachtung in
Loket.
8.Tag Vergängliche Noblesse: Teplice
Fahrt nach Teplice. Einst war die Stadt fast so berühmt wie Karlsbad. Hier kurte die kaiserliche Familie und auch die berühmte Begegnung zwischen Goethe und Beethoven fand hier statt. Heute bröckeln die Fassaden vor sich hin: ein reizvoller und melancholischer Kontrast zu den wiederbelebten Bädern Karlsbad und Marienbad. Ein Ort jenseits der Zeit: so recht um Abschied zu nehmen von Böhmen. Übernachtung in
Teplice.
9. Tag Zum guten Schluss: Casanova - Schloss Dux
Auf der Rückreise machen wir im Waldstein-Schloss Dux Halt, das neben Goethe auch Schiller, Chopin, Haydn und Mozart besuchten. Die schillerndste Persönlichkeit aber war sicher Giacomo Casanova, der die fürstliche Bibliothek verwaltete und hier seine Memoiren schrieb. Beginn der Rückfahrt.
Dieses Programm wurde durchgeführt von der Goethe - Gesellschaft Karlsruhe.
Die Reise wird veranstaltet in Zusammenarbeit mit "Böhmen - Reisen" in Regensburg.
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