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Goethes erste kulturgeschichtlich bedeutsame Reise, von Frankfurt aus, war die nach Straßburg; dorthin begab er sich Ende März 1770, vor allem auf Wunsch des Vaters, zur Fortsetzung des juristischen Studiums, das er aber auch auf die Fächer Medizin, Chemie und Geschichte erweiterte. Er unternahm die "Reise nach dem schönen Elsaß ... auf der neueingerichteten, bequemen Diligence [Postpersonenwagen] ohne Aufenthalt und in kurzer Zeit", wie er im Neunten Buch seiner Autobiographie "Dichtung und Wahrheit" berichtet. Noch am Tag der Ankunft, um den 4. April, bestieg er die Turmplattform des Münsters, dem sein besonderes Interesse galt. Er sah in diesem gewaltigen gotischen Bauwerk den Inbegriff einer "deutschen Baukunst", und dementsprechend galt seine Bewunderung Erwin von Steinbach, den er für den alleinigen Baumeister hielt. Seine Gedanken über diesen Dom, an dem ihm der Sinn für die Größe und den Charakter der gotischen Baukunst aufging, legte er in der Schrift Von deutscher Baukunst (1771) nieder. Goethe kehrte wenige Tage nach seiner Promotion zum Lizentiaten der Rechte (damals gleichgeachtet dem Dr. juris) am 14. August 1771 nach Frankfurt zurück.
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Elsaß
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1.Tag
Abfahrt am frühen Morgen
Ankunft in Sesenheim gegen 14 Uhr. Besichtigung des Pfarrhauses, in dem Friederike Brion lebte. Die Beschreibung der zwei liebenswürdigen Töchter des Landpfarrers Johann Jakob Brion gehört zu den zartesten Teilen von Dichtung und Wahrheit. Frederike, die jüngere, erschien Goethe als ob fürwahr an diesem ländlichen Himmel ein allerliebster Stern aufginge.
Sesenheim war der Schauplatz der Sesenheimer Idylle. Weiterfahrt und Übernachtung in Sélestat.
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